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| 19.08.2003 - Schill ist weg! |
| Geschrieben von: 23 |
| Kategorie: |
International |
Der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hat seinen umstrittenen Innensenator Ronald Schill entlassen. Das teilte von Beust am Dienstag vor Journalisten in Hamburg mit. Von Beust begründete seine Entscheidung damit, dass Schill charakterlich nicht geeignet sei, das Amt des Innensenators auszuüben. Schill habe ihm im Falle einer Entlassung damit gedroht, publik zu machen, dass von Beust angeblich in einer Lebensgemeinsaft mit Justizsenator Roger Kusch (CDU) lebe. Hintergrund des Streits ist die Affäre um Innenstaatsrat Walter Wellinghausen, der ebenfalls seinen Hut nehmen muss. Dem wichtigsten Mitarbeiter Schills in der Innenbehörde waren unerlaubte Nebentätigkeiten vorgeworfen worden.
Schill sagte ebenfalls vor Journalisten, die Erpressungsvorwürfe von Beusts seien „nicht richtig“. Vielmehr habe er von Beust in einem persönlichen Gespräch erklärt, es widerspreche seinem Gerechtigkeitsgefühl, dass der Bürgermeister einerseits anderen Politikern moralisches Fehlverhalten vorwerfe, gleichzeitig aber „seinen Lebensgefährten Roger Kusch“ zum Justizsenator gemacht habe. Er habe daher an von Beust appelliert, sich an das biblische Motto zu halten: „Nur wenn Du unschuldig bist, werfe den ersten Stein.“
Auslöser der Krise ist die Affäre um Innenstaatsrat Wellinghausen. Gegen den 59-Jährigen waren am Wochenende neue Vorwürfe im Zusammenhang mit seiner umstrittenen Rolle als Vorstand einer Münchner Aktiengesellschaft laut geworden. So soll Wellinghausen noch nach seinem Amtsantritt in der Innenbehörde im Frühjahr 2002 versucht haben, den Ex-Tennisprofi Michael Stich als Investor für die AG zu gewinnen. Schill hatte den Staatsrat bis zuletzt in Schutz genommen.
Von Beust steht bislang einer Koalition aus CDU, Schill-Partei und FDP in Hamburg vor. Über die Zukunft des Regierungsbündnisses machte der Bürgermeister am Dienstag zunächst keine Angaben. Bausenator Mario Mettbach von der Schill-Partei sagte dazu vor Journalisten, dies müsse erst mit seinen Partei- und Senatskollegen geklärt werden. Ob eine Koalition ohne den als „Richter Gnadenlos“ bekannt gewordenen Parteigründer Schill möglich sei, dahinter stehe jedoch ein großes Fragezeichen. Schill kündigte an, der Politik den Rücken zu kehren.
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