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| 24.06.2003 - Jugendaktionscamp „Müll vermehrt sich – helft verhüten“ |
| Geschrieben von: no-war |
| Kategorie: |
Umweltschutz |
Die Naturschutzjugend im Landesbund für Vogelschutz veranstaltete vom 14. bis zum 21. Juni 2003 in Zeil am Main ein großes Jugendaktionscamp. 100 Jugendliche, darunter eine Jugendgruppe aus Russland, haben sich eine Woche lang auf dem Zeltplatz am Naturfreundehaus hohe Wann mit allen Belangen des Themas „Müll“ beschäftigen.
Seit Einführung des Dosenpfandes ist das Thema Müll wieder in aller Munde. Die erste Aufregung darüber hat sich mittlerweile gelegt und die Pfandsysteme sind selbstverständlich geworden. Ist damit das Thema Müll vergessen? Die Naturschutzjugend im Landesbund für Vogelschutz setzte etwas dagegen.
Die Teilnehmer hatten eine spaßige und erlebnisreiche Woche mit vielen jungend Leuten und frechen Aktionen.
Wohin verschwindet eigentlich der Inhalt unserer gelben Säcke? Und was passiert mit einem alten, kaputten Laptop? Die Teilnehmer spürten in verschiedenen Workshops und Touren ihrem Müll hinterher und fanden heraus, welche Alltagsgegenstände daraus produziert werden.
Getreu dem Motto: „Einfälle statt Abfälle“ wurden aus „Müll und Schrott“ eine neues Tandem, Windräder und Musikinstrumente gestaltet. Naturfarben wurden hergestellt und damit moderne Kunst gemacht. Eine Survival-Tour futterte sich ganz müllfrei durch die Natur und niemand musste dabei verhungern.
In 50 Jahren leben ohne Müll zu produzieren – eine Utopie? Bei einer Ideenwerkstatt konnte man seiner Phantasie freien Lauf lassen! Gerade bei den politisch engagierten Jugendlichen fand das Thema Atommüll großen Anklang. Drei BABI – Aktive begleiteten die Jugendlichen bei der Auseinandersetzung mit diesem brisanten Thema.
Auf besonderes Interesse bei den politischeren Teilnehmern sowie der Polizei traf der Workshop Widerstandsformen. Neben Aktionsformen wurde kreative Anti – Repression diskutiert. Besonderen Anklang bei den rund 25 Teilnehmern dieses Workshops fanden die praktischen Aktionen. Eine Kleingruppe konfrontierte die Haßfurter Aldi Filiale mit einer versteckten Theater Aktion. Kunden und Personal mussten sich mit der Tatsache auseinanderwetzen das jemand der kein Geld hat auch etwas zum Essen haben möchte. Das Aldi Personal sah dies anscheinend als „unnormales“ Verhalten und rief die Polizei welche die Kleingruppe darauf ansprach warum sie sich im Aldi so aufgeführt haben. Was normal und aufgeführt in diesem Fall konkret bedeuten soll konnten die Einsatzkräfte nicht näher definieren. Die Polizei musste nach einer Personalienfeststellung (fast) Unvollrichtether Dinge wieder abziehen. Eine weitere Kleingruppe machte sich auf den Weg nach Zeil am Main um im Edeka einzukaufen. Etwa 10 Jugendliche machten hier von ihrem Recht gebrauch die Verpackung im Laden zurückzulassen. Da die Jugendlichen es so genau nahmen und wirklich jedes Stücken Verpackung zurück ließen rief das Personal vor lauter Verzweiflung die Polizei. Bis zum Eintreffen der Polizei erklärte der Supermarkt den Jugendlichen dass er den sauber getrennten Müll eh wieder zusammenschmeißt und drohte sogar damit den Müll in den Wald zu schmeißen. Diese half der Aktionsgruppe ihr Einwegpfand zurückzubekommen da der Markt die Rückzahlung verweigerte. Ferner erklärte sie dem Markt dass sie nichts machen kann da die Jugendlichen ja nur ihr gesetzliches Recht die Verpackung beim Händler zu lassen wahrnehmen.
Weitere Seminare zu Aktionsformen, Repression und kreativen Widerstand werden im Laufe des Jahres 2003 stattfinden. Näheres erfahrt ihr auf der Internetseite der Naturschutzjugend sowie unter www.szene.us
Insgesamt rief die starke Polizei Präsenz im Vergleich zu den früheren Camp Verwunderung und – vor allem bei den jüngeren – Verunsicherung bei den Teilnehmern hervor. Am Freitag warteten bereits 4 Stunden vor beginn der Abschlussdemonstration in Schweinfurt zwei Polizeibeamte in einem Zivilfahrzeug in der nähe des Zeltplatzes um anscheinend zu beobachten was sich tut. Die Abschlussdemonstration richtete sich gegen Atomenergie und somit auch gegen Atommüll. Neben knapp 100 Camp Teilnehmern nahmen etwa 25 Schweinfurter Aktivisten Teil. Ein Nachgebauter Castor Behälter und Trecker lockte die Aufmerksamkeit auf die Demonstration. Nachdem Ende der Demonstration überwachten 2 Polizisten anscheinend noch ob auch alle Camp – Teilnehmer in den Zug einstiegen.
Während des gesamten Camps können die Teilnehmer zusammen mit dem Jugendradio Free Spirit aus Nürnberg Beiträge machen und eine Sendung gestalten. Die Sendung ist auch online unter www.free-spirit.de
Neben dem Aktiv sein für die Umwelt konnte man sich mit Massage und Naturkosmetik verwöhnen lassen. Baden gehen, Fußballspielen und Volleyball boten eine interessante Abwechslung. Stimmungsvolle Abende am Lagerfeuer, das Kennen lernen toller Leute sowie die ultimative Abschlussfete mit der Nürnberger Band rocking lafayettes rundeten die Woche ab.
Das NAJU Pfingstcamp findet immer in der zweiten Pfingstferienwoche statt. Nähere Informationen gibt’s im Internet unter www.naju-bayern.de
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