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26.03.2003 - Hamburger Massaker der Polizei - wir wehren uns
Geschrieben von: tammo
Kategorie: Schülerbündnis

Hi !
Heute erreichte mich volgende Mail:


Hallo Leute,
nachdem es in Hamburg ja nach der erfolgreichen Schülerdemo am Montag auch
Auseinandersetzungen mit der Polizei gab und diese die Schülerinnen und
Schüler provozierte und junge Menschen zusammenschlug, braucht JgK in
Hamburg jetzt unsere Hilfe.
Hier ein Bericht von JgK Hamburg vom 24.03.03:
Der Schülerstreik der heute, am 24.3.03 um 9.30 als friedliche
Großdemonstration mit ungefähr 50.000 Teilnehmern begonnen hat, endete heute
überraschend mit einem massiven Polizeieinsatz. Wie konnte es dazu kommen?
Die Demonstration ist, von der Hamburger Strasse bis zu seiner Ankunft,
hinter der Kennedybrücke, völlig friedlich verlaufen. Polizeikräfte waren in
nur geringer Zahl zu sehen und es gab keinerlei Auseinandersetzungen. Auch
als die Demonstration nach der SPD-Zentrale weiter Richtung US Konsulat
führte, verhielten sich die Einsatzkräfte der Polizei eher zurückhaltend.
Hinter der Kennedybrücke erwartete die Demonstration dann ein massives
Polizeiaufgebot, mit Wasserwerfern, Helmen und in Kampfrüstung. Zu dieser
Zeit waren noch etwa 10 000 Schülerinnen und Schüler anwesend. Am Ende der
Schlusskundgebung, forderte die Polizei die Schüler und
Schülerinnen auf, den Platz zu räumen, und drohte mit Wasserwerfereinsatz.
Begründet wurde der Einsatz damit, dass die Einsatzkräfte am Rande der
Demonstration beworfen worden seinen. Kurz darauf setzte die Polizei
Wasserwerfer ein und Polizeiketten rückten vor und versuchten die
Demonstration über die Kennedybrücke und in Richtung Bahnhof Dammtor zu
treiben. Dabei wurden friedlich auf dem Boden sitzende Schülerinnen direkt
mit den Wasserwerfern beschossen. Von Auseinandersetzungen kann keine Rede
sein, da der Widerstand einer friedlichen
Schülerdemonstration gegen Wasserwerfer und vollgepanzerte Polizeikräfte mit
Schlagstöcken, nicht vorhanden war. Schüler berichteten, dass ein etwa
zwölfjähriger Junge hinter die Polizeiketten gezogen und verprügelt worden
ist.
Der kleinere Teil der Demonstration wurde von Polizeiketten über die
Kennedybrücke getrieben. In der Mitte der Kennedybrücke blieben viel
Schülerinnen und Schüler stehen, und wollten nicht weitergehen, da sie
wissen wollten, wie es ihren Klassenkameradinnen und Kameraden ergeht, die
unter Wasserwerferbeschuss Richtung Dammtor verschwunden waren. Die Polizei
griff die sitzenden Schüler an, verletzte einige und nahm einige in
Gewahrsam.
Der andere Teil der Demonstration wurde zum Dammtor getrieben. Die meisten
flohen hier in den Bahnhof, ein Teil der Schülerinnen und Schüler wurde von
der Polizei bis zur Uni getrieben, dort eingekesselt und teilweise in HVV-
Bussen in Gefängnisse gefahren. Es wurden etwa 70 Schüler und Schülerinnen
in Gewahrsam genommen, 12 wurden wegen "Landfriedensbruch" verhaftet .
Die Polizei hat diese "Auseinandersetzungen" zunächst durch ihr Auftreten
provoziert (Wasserwerfer und Kampfpanzer auf einer Schülerdemonstration für
Frieden?) und später alleine verschuldet. Völlig unabhängig davon, ob
tatsächlich irgendein Schüler oder eine Schülerin irgendetwas nach einem
Polizisten geworfen hat oder nicht, ist das Verhalten der Polizei nicht zu
rechtfertigen. Weder der Fakt, dass diese Demonstration überhaupt von einem
riesigen Polizeiaufgebot unter Einsatz von schwerem Gerät angegriffen worden
ist noch die völlig
unverhältnismäßige Brutalität mit der die Polizei gegen Schüler und
Schülerinnen vorgegangen ist, ist irgendwie entschuldbar. Wir haben vom
Lautsprecherwagen aus wiederholt versucht deeskalierend einzugreifen, und
haben der Polizei sogar angeboten, durch ihre Anlage die Demonstration noch
einmal offiziell für beendet zu erklären, wurden aber mit den Worten abgetan
:"Ihr habt Eure Schuldigkeit getan , das ist jetzt Sache der Polizei." Der
Wille der Polizei zur Deeskalation sollte damit hinreichend geklärt sein.
Hinter diesem Polizeieinsatz stand ein politischer Wille.
Wir verurteilen das Vorgehen der Polizei aufs Schärfste .

Sebastian Deichmann
für Jugend gegen Krieg - Hamburg

Leute, schreibt Protestschreiben zu diesem Vorgehen der Hamburger Polizei
bitte an:


Polizei Hamburg
praesidialabteilung@polizei.hamburg.de
Fax (040) 4286 56110
Tel (040) 4286 58310

und Innenbehörde (Ronald Schill)
pressestelle@bfi.hamburg.de

Bitte immer Kopien an:
hamburg@jugend-gegen-krieg.org und/oder Fax 040-41487009

Dieser Artikel wurde 2284 mal gelesen.
   
 
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Kommentare
Geschrieben von daniel horneber am 26.03.2003 um 21.16 Uhr:
solidarisch mit allen schülern

krieg dem krieg nach innen und ausen
 

Geschrieben von wer am 27.03.2003 um 12.44 Uhr:
bilder aus hamburg

http://de.indymedia.org/2003/03/46383.shtml
http://de.indymedia.org/2003/03/46570.shtml
 

Geschrieben von Mario Mätzel am 27.03.2003 um 19.20 Uhr:
Was wird hier eigentlich von einer bewaffneten Truppe erwartet, die sich für die Ausführung von Befehle bezahlen lässt. Die Polizei in einen kapitalistischen Staat hat diesen zu bewahren. Schon in den 60iger Jahre urteilte das BVG, daß Beamte nicht das unbeschränkte Recht auf freie politische Meinung und Entfaltung haben. Bürger so um die 40 kennen noch die Berufsverbotspraxis in der BRD. Die Polizei hat sich nicht geändert, ich erinnere nur an die Ermordung von Benno Ohnesorg durch den Polizeibeamten Kurras, der dann auch von einem Gericht freigesprochen wurde. Oder an die unzähligen Akte von Mißhandlungen an Demonstranten durch Polizei, ganz im Sinne des Staatsterrorismus. Hier soll ganz gezielt die Jugend eingeschüchtert werden, um nicht mehr an zukünftigen Atikriegsaktionen teilzunehmen. Es kommt ja auch mal wieder so, daß sich deutsche Truppen an Völkerrechtswidrige Angriffskriege beteiligen, so wie in Yugoslawien.
Aber schon Brecht schrieb:
Es gibt einige, die kämpfen ein paar Tage.
Es gibt einige, die kämfen ein paar Wochen und Monate.
Es gibt einige, die kämpfen viele Jahre.
Und es gibt einige wenige, die kämpfen Ihr ganzes Leben lang.
Diese sind es, die für eine menschliche Gesellschaft unverzichtbar sind.
Also lasst den Kopf nicht hängen und denkt bitte daran.
Wo das Gehirn aufhört zu funktionieren, da beginnt die Faust an mit arbeiten.
Viel Spaß
Mario Mätzel
 

Geschrieben von Gunsch am 29.03.2003 um 15.48 Uhr:
Ich wollte nur mal kurz zum Ausdruck bringen, dass mir die Schuelerdemos, die zurzeit in ganz Deutschland stattfinden, viel Hoffnung und Freude machen. Ich wohne zurzeit in England, und die Schuelerdemos in Deutschland werden von hier mit grosser Bewunderung wahrgenommen. Danke also an alle Beteiligten, lasst euch von niemandem einschuechtern - und bitte, bitte mehr davon!!!
 

Geschrieben von Peggy Müller am 31.03.2003 um 14.39 Uhr:
Das Problem mit der Polizei besteht darin, daß in diesem Organ auch Menschen "aufgenommen" werden, die gern Ihre "Machtposition" ausspielen wollen (sprich es kommt jeder Arsch dahin). Ich weiß von einem ehem. Arbeitskollegen, daß er schon bei einer Verkehrskontrolle richtig mißhandelt worden ist. Die Polizei ist froh, wenn sie für diesen Scheiß-Job überhaupt jemanden findet und da ist jeder willkommen, der einbisschen eine perverse Ader hat, oder brutale Neigungen besitzt. Ebenso wie bei der Polizei in München, die Ihre Kolleginnen sexuell belästigen und dazu treiben, sich zu erschießen-gibt es jetzt auch in Hamburg Polizisten, die sich nicht zusammenreißen können, wenn ein 12 Jähriger sie mit Worten oder einem Steinchen provoziert. Die Polizei in Deutschland stellt sich ein Armutszeugnis aus, sie sollte doch in Zukunft bei der Einstellung des Personals darauf achten, daß sie keine Psychopaten mit einstellt. Alle MA sollten nachträglich ein psychologisches Gutachten bekommen. (Wie bei der Haltung von Hunden sollte bei Polizisten ein Verhaltensprotokoll angefertigt werden, welches Aufschluss darüber gibt, wie sich der Polizist verhält, wenn er geärgert wird oder von Jugendlichen beschimpft wird.)Wer nicht geeignet ist, sollte lieber das Heer der Politessen verstärken um Parksünder ausfindig zu machen. Also hilft da nur eine Qualitätskontrolle beim Material.
 

Geschrieben von demo_nw am 01.04.2003 um 15.13 Uhr:
Die Hamburgger Demo hat auch bei der Polizei im Umland offensichtlich einige Spuren hinterlassen.
Hier im Südwesten der Stadt, in Neu Wulmstorf, wollen die Schulen eine Demo am kommenden Donnerstag durchühführen und die Polizei hat schon angekündigt, dass sie mit einem großen Aufgebot ankommen wollen und das gegen allerhöchstens 3000 Schüler. Wo soll denn das noch hinführen? Bald ist die Meinungsfreiheit so wie inzwischen in den USA.
Ich denke wir sollten da auch ein Zeichen setzen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen.
Also, wenn wer in HH oder in der Nähe wohnt, dann möge er doch bitte am 3.4.03 so gegen 12 Uhr zum Schulzentrum kommen, wir würden uns freuen, wenn noch mehr Leute kämen, um uns zu unterstützen.
 

Geschrieben von schneisel am 01.04.2003 um 21.52 Uhr:
Einen übertriebenen Polizeieinsatz mit Wasserwerfern und Knüppeln kann man trotz allem nicht "Massaker" (Gemetzel, Blutbad) nennen!!!
Grüße
 

Geschrieben von "Team Grün" am 29.06.2003 um 15.20 Uhr:
Leute, mal unter uns: Die Polizei hat 12 mal aufgefordert, die Demo zu verlassen, weil sonst geräumt wird.
Wer dann noch zu blöd ist um weg zu gehen, ist selber schuld...
 

 

 


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