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22.02.2003 - 7.000 Schüler streikten für den Frieden
Geschrieben von: tammo
Kategorie: Schülerbündnis

7.000 Schüler streiken in Nürnberg

Nürnberg. (22.02.2003, nah, Monika H.) Bereits im Vorfeld hatte es Auseinandersetzungen mit den Behörden gegeben: Nachdem der Aufruf zum Schulstreik breit bekannt und sogar im bayerischen Landtag diskutiert wurde, erließ das bayerische Kultusministerium unter der Strauß-Tochter Monika Hohlmeier die Anordnung, jeder Direktor könne selbst entscheiden, wie er mit der Situation umgehe. Doch ein Schreiben des untergeordneten Ministerialbeauftragten, der jedem Schüler, der an einer solchen Aktion teilnehmen sollte, einen Verweis androhte, war einigen Schuldirektoren Anlass genug, unter Verweis auf eben dieses Rundschreiben eine Teilnahme zu verbieten und mit Verweisen zu drohen. Eine nette Alternative hatte sich die Direktion der Wilhelm-Löhe-Schule ausgedacht: Für die Schüler der 10. bis 13. Klasse fand zeitgleich zum Treffpunkt für die Demo um 10.00 Uhr ein gemeinsames Gebet für den Frieden im Pausenhof statt. Ein Fürther Direktor dagegen drohte, jeden Schüler, der an diesem Tag ohne Entschuldigung fehlen sollte, dem Jugendamt zu melden. Tatsächlich fand dann morgens auch ein großer Zählappell statt.
Und auch die Polizei merkte plötzlich, dass das Schülerbündnis gar nicht so unschuldig ist, wie es auf den ersten Blick ausgesehen hatte: Nachdem auf der ebenfalls vom Schülerbündnis initiierten Demonstration vom Samstag (3.500 Teilnehmer) auch Gruppen, die links des DGB einzuordnen sind, vertreten waren und sich entsprechend äußerten - ebenso das Bündnis selbst in Redebeiträgen - sah man sich gezwungen, Vertreter des Bündnisses zu einem zweiten "Kooperationsgespräch" einzuladen. Dabei wurde immer und immer wieder nach einer möglichen Zusammenarbeit des Bündnisses mit autonomen Strukturen gefragt, bis die Schüler dieses Thema für beendet erklärten.
Am Freitag dann um 10.00 Uhr fanden sich über 4.000 Schüler vor der Lorenzkirche ein, um in einem Demonstrationszug über Hauptbahnhof, Altstadtring, Plärrer und Weißer Turm zurück zur Lorenzkirche ihre Ablehnung sowohl des drohenden Krieges gegen den Irak als auch jeglicher Unterstützung von Seiten der Bundesregierung kund zu tun. Unterwegs wuchs der Zug, der bei vielen Passanten Anklang fand, auf stolze 7.000 Teilnehmer, fast ausschließlich Schüler, an. An der Lorenzkirche gab nach einem Redebeitrag noch eine Reggae-Band ihr Bestes. Gegen Mittag zerstreuten sich die Teilnehmenden. Sollten tatsächlich von Direktoren Verweise erteilt werden, sollen diese Stück für Stück an das bayerische Kultusministerium gefaxt werden.

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