Kategorien

Infotexte

Suchen

Login

design   design
 
07.11.2003 - 5. Prozeßtag im 129a-Verfahren
Geschrieben von: roterstern
Kategorie: International

Bericht vom 5. Prozeßtag, 5.11.2003

Der 5. Prozeßtag begann gleich mit jeder Menge Aufregung. Nachdem die
zahlreich erschienenen ZuschauerInnen die drei Angeklagten freudig und
lautstark begrüßt hatten, betraten die RichterInnen den Saal. Leider war
den Anwesenden - anders als dem Senat - die Notwendigkeit
feudalistischer Ehrerbietungen nicht gegenwärtig und so blieben, wie
bereits an den Tagen zuvor, fast alle sitzen und warteten gespannt auf
den Fortgang der "Wahrheitsfindung". An diesem Morgen bestand der Vors.
Richter Hennig jedoch darauf, daß seinem schweren Job die notwendige
rituelle Würdigung zuteil wird und forderte die ZuschauerInnen auf, ihre
"Astralkörper" zu erheben. Dies taten natürlich alle sofort, da jedoch
dem Richter Hennig offensichtlich das spirituelle dritte Auge fehlte,
sah er nur die sitzenden materiellen Hüllen der Anwesenden. Er verfügte
daraufhin, daß alle, die sitzen geblieben waren, aus dem Saal zu
entfernen sind und für den laufenden Prozeßtag Hausverbot erhielten.
Schade für die zahlreich angereisten GenossInnen aus anderen Städten,
die bereits nach ein paar Minuten wieder die Heimreise antreten mußten.
Trotzdem: Danke, daß Ihr da gewesen seid.
Bevor jedoch die schwarzgekleideten Justizbeamten teilweise recht rüde
zur Tat schreiten konnten, mußten noch schnell die drei Angeklagten,
wahrscheinlich nur zu ihrem eigenen Schutz, wieder in Handschellen
gelegt und aus dem Raum geführt werden. Nur ein einzelner Angehöriger
durfte vorerst dem Justiz-Schauspiel weiter beiwohnen.
Recht schnell fanden sich dann jedoch noch einige Leute, die den
verwaisten Saal wieder etwas auffüllen konnten. Diese warteten jedoch
vergeblich darauf, daß der Senat seine Entscheidung zum Antrag auf die
Entlassung Carstens aus der U-Haft verkünden würde. Stattdessen wurde
der restliche Tag mit dem Verlesen diverser Schriftstücke verbracht. So
konnte man u.a. noch einmal einem alten Radi-Beitrag zur
Organisationsfrage lauschen; erfuhr etwas darüber, wie sich die
Soligruppe gründete; bekam einen Einblick in die Struktur und
Arbeitsweise des angeblich so hoch konspirativen AZ und erfuhr, daß
einer der drei Genossen gerne Kekse ißt, wie er auf einer für die
Staatsanwaltschaft sehr wichtigen Schreibtischunterlage vermerkt hat. Zu
jedem handschriftlichen Papier wurden darüber hinaus noch Gutachten
verlesen, die eine Urheberschaft der Angeklagten beweisen sollen, worauf
Staatsanwalt Hornick in Strebermanier auch immer hinwies, wenn dies vom
Richter einmal übersehen wurde. Auch am nächsten Prozeßtag wird es
zunächst mit dem Verlesen weiterer Texte weitergehen.

Dieser Artikel wurde 2924 mal gelesen.
   
 
design   design


Kommentare

 

 


Name:
Mail: (optional)
Text:
CheckCode: ->
   

 

 

Szene-News