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| 22.01.2005 - [no-nato] newsletter 2 |
| Geschrieben von: 23 |
| Kategorie: |
Krieg |
Hallo Leute,
jetzt also der 2. Newsletter. Bisher gibts noch keine Hiobsbotschaften,
allerdings stehen die Gespr�che mit den Behörden noch bevor, deshalb
sind die AktivitÃ?ten noch unter geplant einzustufen. Einen Bericht vom
Anti-Kriegs-Kongress, inhaltlich sehr interessant aber nicht so
zahlreich besucht wie die letzten Jahre, gibts im nÃ?chsten letter.
Wir wÃ?rden uns sehr freuen, wenn Einige auch schon am Freitag kommen
könnten, unserer Einsch�tzung nach der spannendere Tag. Die Demo des
Stadtplenums am Freitag ist als "Jubeldemo" geplant, also was lustiges,
ironisches, satirisches. Also erwartet keine ernsthaften BeitrÃ?ge,
Aktionen, usw.
Der Text Afrika im Blickfeld westlicher Begehrlichkeiten ist inhaltlich
im Zusammenhang mit der Finanzierungskonferenz Nordafrika Mittelost zu
betrachten, jedoch kein von uns diskutierter Text, aber von jemand aus
unseren ZusammenhÃ?ngen. Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen: RÃ?hrt die
Werbetrommel fÃ?r MÃ?nchen, macht Veranstaltungen, informiert Euch
(www.no-nato.de) und falls Ihr nicht kommen könnt gibt es ja auch die
Möglichkeit sich vor Ort zu verhalten.
No justice-no peace - stadtplenum mÃ?nchen (stadtplenum@no-nato.de)
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1.(geplante) AktivitÃ?ten rund ums "SiKo"-Wochenende
2.Bundesweite Mobilisierungsveranstaltungen:
3.Radioballett gegen die NATO-Sicherheitskonferenz
4.Afrika im Blickfeld westlicher Begehrlichkeiten
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1. (geplante) AktivitÃ?ten rund ums SiKo-Wochenende
Mittwoch 9.Februar2005:
17:10 Uhr -18:00 Uhr: Radioballett -Kaufingerstr. (FuÃxgÃ?ngerzone), mit
mobilen Radios dort hinkommen - Radio Lora 92,4 Mhz
Freitag 11.Februar 2005:
tagsÃ?ber: Kreative dezentrale Aktionen in der MÃ?nchener Innenstadt
(Eigeninitiative ist angesagt)
ab 9:00 Uhr: Mahnwache gegenÃ?ber Dorint Sofitel (dort tagt die
Finanzierungskonferenz) Bayerstr. / Ecke Goethestr. (FriedensbÃ?ndnis)
-11:00 Uhr - 16:00 Uhr: Mahnwache am Richard-Strauss-Brunnen
(FuÃxgÃ?ngerzone) von Friedensinitiative Bad Tölz-Wolfratshausen
-17:00 Uhr - 19:00 Uhr: (Hin- und Her-) Demo auf der Bayerstr. zwischen
Paul-Heyse-Str. und Senefelderstr., beim Tagungshotel, NÃ?he Hauptbahnhof
(BÃ?ndnis)
16:30 Uhr Auftaktkundgebung Lenbachplatz (NÃ?he Bayerischer Hof) -
ab 17:00 Uhr Jubeldemo (Ã?ber Stachus zum Tagungshotel in der Bayerstr.),
dort vereinigen sich beide Demonstrationen (Stadtplenum)
17:00 Uhr - 21:00 Uhr: Marienplatz Infopoint (american peace comitee)
17:00 Uhr - 22:00 Uhr: Infopoint mit Lauti in der
Schrammerstr./Maffeistr. (NÃ?heÂBayerischer Hof);
ab 19:00 Uhr alternatives Bankett gegen den Empfang der Kriegsstrategen
mit VokÃ?, Gulaschkanone(?), usw. (Stadtplenum)
Samstag 12.Februar 2005:
12:00 Uhr Auftaktkundgebung Marienplatz
anschlieÃxend Internationale Demo zum Lenbachplatz (Abschlusskundgebung)
- gleiche Route wie letztes Jahr - mit Internationalistischem Block
Samstag Abend: Feierwerk e.V., Hansastr. 39 - 41 RUNTER VOM GIPFEL!
Presented by Planet Peace Kulturfestival gegen die
ÂSicherheitskonferenz in MÃ?nchen (geplant: Konzert; Vorprogramm (Musik,
Rezitationen) macht eine Dialog- und Friedensgruppe aus Israel/PalÃ?stina
evt. im Cafe: Ausstellung, Info-StÃ?nde, Videoinstallation)
Samstag: ab 17:00 Uhr
Chill Out Party nach der Demo gegen die NATO-Sicherheitskonferenz: Fest,
Warmes Essen aus der Volx-KÃ?che, Musik und Information.
Mit GÃ?sten aus Israel, PalÃ?stina und dem Libanon vom Movement Solidarity
International (ISM).
Ort: EineWeltHaus, Weltwirtschaft, Schwanthalerstr.80, MÃ?nchen
wÃ?hrend der Aktionen, Mittwoch - Sonntag (genauere Ãffnungszeiten werden
noch bekannt gegeben): convergence center im ehemaligen Tröpferlbad in
der ThalkirchnerstraÃxe 104/2.Aufgang, Thalkirchnerstr.104, ( U3/6
Goetheplatz, Bus 58 Kapuzinerstr.)
-----------------------------------------------------------------------2.
Bundesweite Mobilisierungsveranstaltungen:
Wir können nicht in alle St�dte fahren und Mobilisierungsveranstaltungen
abhalten, dafÃ?r reichen unsere KapazitÃ?ten leider nicht aus. Darum der
Aufruf an alle Gruppen / Einzelpersonen, eigene Veranstaltungen zu machen!
Infomaterial fÃ?r Mobilisierungsveranstaltungen und ein Konzeptpapier fÃ?r
Mobilisierungsveranstaltungen kann unter -stadtplenum@no-nato.de
-angefordert werden.
Falls ihr trotzdem gerne ReferentInnen fÃ?r Veranstaltungen haben wollt,
dann mailt dies an die oben genannte mailadresse (stadtplenum ) und wir
schauen ob es sich einrichten lÃ?sst.
AuÃxerdem gibt es einen neuen Mobilisierungstrailer zur
ÂNATO-SicherheitskonferenzÂ, der in einer komprimierten web-Version
online gestellt wird, zudem wird der Film in guter QualitÃ?t fuer
Mobilisierungsveranstaltungen auf dem server von www.no-nato.de zum
download bereit gestellt (ca. 36 mb).
Webversion:
http://no-nato.de/cms/front_content.php?idcat=23&idart=505&lang=1
Trailer in guter QualitÃ?t fÃ?r Veranstaltungen:
http://no-nato.de/ext/siko1.mov
Termine (genauere Beschreibungen unter:
http://no-nato.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&subid=17&idcat=17):
Januar
19.01. [20:30 h] Mobilisierungsveranstaltung [MÃ?nchen]
20.01. [19:00 h] Mobilisierungsveranstaltung [Heidelberg]
20.01. [17:00 h] Basteln gegen die NATO-Sicherheitskonferenz [MÃ?nchen]
21.01. [20:00 h] Mobilisierungsveranstaltung [Ravensburg]
22.01. [13:30 h] Widerstand gegen das WEF
23.01. [20:00 h] Mobilisierungsveranstaltung [Darmstadt]
25.01. [19:30 h] Veranstaltung AFRIKA IM FADENKREUZ IMPERIALER INTERESSEN
27.01. [17:00 h] Basteln gegen die NATO-Sicherheitskonferenz [MÃ?nchen]
30.01. [18:00 h] Filmreihe: NATO-Sicherheitskonferenz-Special
30.01. [20:00 h] Mobilisierungsveranstaltung [Innsbruck]
Februar
01.02. [19:30 h] Mobilisierungsveranstaltung [Paderborn]
02.02. [20:00 h] Infoveranstaltung [Erlangen]
02.02. [20:30 h] Infoveranstaltung [Berlin]
3.2. [? h] Mobilisierungsveranstaltung [Augsburg]
03.02. [20:00 h] Mobilisierungsveranstaltung [Ludwigsburg]
03.02. [17:00 h] Basteln gegen die NATO-Sicherheitskonferenz [MÃ?nchen]
09.02. [17:10 h] Radioballett gegen die NATO-Sicherheitskonferenz
10.02. [20:00 h] Rechtshilfeveranstaltung (EA/Rote Hilfe)
10.02. [17:00 h] Basteln gegen die NATO-Sicherheitskonferenz [MÃ?nchen]
11.02. [16:00 h] Nato-Sicherheitskonferenz
12.2.[11:10 h] Demofahrt nach MÃ?nchen [Rosenheim]
3. Radioballett gegen die NATO-Sicherheitskonferenz
Stell dir vor du gehst in die KaufingerstraÃxe zum shoppen.
Plötzlich bleibt jemand vor dir stehen und beginnt seltsame
Körperbewegungen zu machen. Kopfsch�ttelnd drehst du dich ab. Doch er
ist nicht der einzige. 10 Meter weiter macht eine Frau die gleichen
seltsamen Bewegungen. Und da: noch eine. Und weiter hinten noch viel
mehr Leute. Alle fÃ?hren synchron die selben Bewegungen aus.
WAS IST DAS??
Das RADIOBALLETT gegen die NATO-Sicherheitskonferenz in MÃ?nchen!
Ein RADIOBALLETT ist keine Versammlung, sondern eine Zerstreuung. Es hat
keine einheitliche BÃ?hne. Es bildet keine Figur, und existiert nur in
der simultanen, aber zerstreuten Geste. Das RADIOBALLETT behindert
Passanten nicht, sondern irritiert durch seine Gleichzeitigkeit. Zum
Mitmachen bei diesem Ballett sind keine t�nzerischen F�higkeiten nötig.
Es braucht allein ein aufmerksames Ohr und ein tragbares Radio mit
Kopfhörern. ÃSber die FuÃxgÃ?ngerzone verteilt, werden die TeilnehmerInnen
aus dem Radio Anweisungen fÃ?r die AusfÃ?hrung verschiedener Figuren
erhalten. Ziel ist dabei nicht der individuelle kÃ?nstlerische Ausdruck,
sondern serielle und wiederholte Bewegungen in der Grauzone zwischen
erlaubten, zwielichtigen und unerwÃ?nschten Gesten.
Das RADIOBALLETT ist, wie jedes andere Radioprogramm, selbstverstÃ?ndlich
Ã?berall in MÃ?nchen zu empfangen, der Ort, fÃ?r den es aber bestimmt ist,
ist die FuÃxgÃ?ngerzone.
Ihr braucht lediglich ein kleines Radio, eingestellt auf Radio Lora 92,4
Mhz. Am besten mit Kopfhörern, denn durch die Unsichtbarkeit des Radios
wird der Verwirrungseffekt des RADIOBALLETTS noch gesteigert.
Macht mit, kommt in die FuÃxgÃ?ngerzone und verteilt euch zwischen
Marienplatz und Stachus. Hört auf das Radio.
Mehr Infos gibt es am Freitag, den 04.02 beim Infoabend im ehemaligen
Tröpferlbad in der ThalkirchnerstraÃxe 104/2.Aufgang.
Wenn ihr noch Radios braucht, könnt ihr diese in der Basisbuchhandlung
(AdalbertstraÃxe 41b, Ecke BarerstraÃxe) und jeden Mittwoch oder Freitag
im ehemaligen Tröpferlbad erwerben (Richtpreis 2,50).
RADIOBALLETT: Eine öffentliche Zerstreuungsaktion.
Am Mittwoch, den 9. Februar 2005, um 17 Uhr 10 Uhr in der FuÃxgÃ?ngerzone
in MÃ?nchen zwischen Marienplatz und Stachus.
Kontakt: radioballett_m@gmx.de
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4. Afrika im Blickfeld westlicher Begehrlichkeiten
Der afrikanische Kontinent ist in den vergangenen Jahren verstÃ?rkt ins
Blickfeld der westlichen GroÃxmÃ?chte geraten. Die Motive fÃ?r dieses neu
erstarkte Interesse an Afrika, das lange Zeit als der Âvergessene
Kontinent bezeichnet wurde, liegen auf der Hand. Der Kontinent birgt
reichhaltige Rohstoffvorkommen, noch ungesÃ?ttigte AbsatzmÃ?rkte und
billige Produktionsmöglichkeiten. Damit zeichnet sich in Afrika eine
Ã?hnliche Zuspitzung der westlichen VerteilungskÃ?mpfe um
Industrieressourcen ab, wie sie fÃ?r den Nahen und Mittleren Osten
bereits kennzeichnend ist.
Neben verstÃ?rkten wirtschaftlichen Initiativen laufen auch diskrete
Planungen fÃ?r militÃ?rische Interventionen der EU, bei denen Deutschland,
Frankreich und GroÃxbritannien ausnahmsweise an einem Strang ziehen. Die
Behauptung, Instabilit�t und Gewalt in Form von Terrorismus könnten von
Afrika nach Europa herÃ?berschwappen, dient dabei der Rechtfertigung fÃ?r
eine aggressive politische und militÃ?rische Einmischung in
innerafrikanische Angelegenheiten. Afrika soll zum bevorzugten
Einsatzgebiet der im Aufbau befindlichen EU-StreitkrÃ?fte werden, denn
anders als im Nahen Osten lassen sich dort die meisten Konflikte mit
begrenzten (europÃ?ischen)KrÃ?ften eindÃ?mmen.
Intensivierung der deutschen Afrika-Politik
Nachdem Afrika im 19. Jahrhundert hauptsÃ?chlich zwischen den GroÃxmÃ?chten
Frankreich und GroÃxbritannien aufgeteilt wurde, ohne dass
Deutschland Âkaum etwas abbekam - Deutsch SÃ?dwest (heute Namibia),
Deutsch Ostafrika (heute Teil von Tanzania), Kamerun und Togo - ,wirft
die deutsche Regierung, im Rahmen der Neuaufteilung des afrikanischen
Kontinents, ihre politische, wirtschaftliche und militÃ?rische Potenz auf
die globale Waagschale. In den geopolitischen Vorstellungen der
deutschen Eliten gilt der afrikanische Kontinent als angestammter
Wirkungsraum, dessen fördernde Inbesitznahme die konkurrierenden
KolonialmÃ?chte verhinderten. Umgekehrt erfreut sich Berlin in Afrika
hoher WertschÃ?tzung, weil sein verpasster Zugriff auf die beanspruchten
Territorien noch immer als machtpolitische ZurÃ?ckhaltung
fehlinterpretiert wird. Die deutsche AuÃxenpolitik fördert deshalb in
Afrika sÃ?dlich der Sahara drei Regionalorganisationen, zu deren
FÃ?hrungsmÃ?chten Deutschland privilegierte Beziehungen unterhÃ?lt bzw.
anstrebt.
WÃ?hrend Berlin seinen Einfluss in Kenia, der FÃ?hrungsmacht der East
African Community (EAC), auszubauen sucht, gelten die deutschen
Beziehungen zu SÃ?dafrika, dem dominierenden Staat der Southern African
Development Community (SADC), schon jetzt als ,,intensiv und
vertrauensvollÂ. Der kÃ?rzliche Staatsbesuch des ehemaligen IWF-Chefs und
heutigen Bundespr�sidenten, Horst Köhler, in L�ndern des
Westafrikanischen Staatenbundes ECOWAS ( Economic Community Of West
African States) untermauert zudem deutsche Interessen auch in dieser
Region. Mit deutscher UnterstÃ?tzung soll z.B. die EAC (Kenia, Uganda,
Tansania) zu einer Wirtschafts- und WÃ?hrungsunion ausgebaut werden. Eine
PrÃ?senz in den EAC-Staaten und ihrem Einflussgebiet (SÃ?dsudan, Somalia)
könnte auch im internationalen Erdölgesch�ft Vorteile bringen. Fachleute
vermuten Erdöl- und Erdgasvorkommen vor der ostafrikanischen K�ste, die
nach neueren Untersuchungen den immensen westafrikanischen Vorkommen
vergleichbar sein könnten.
Eine ganz spezielle Rolle bei der Neo-Kolonialisierung des Âschwarzen
Kontinents spielen die parteinahen Stiftungen ( Heinrich-Böll-,
Friedrich-Ebert-, Friedrich-Naumann-, Konrad-Adenauer- und
Hanns-Seidel-Stiftung). Sie treten als scheinbar unabhÃ?ngige
Nicht-Regierungs-Organisationen auf, obwohl sie Ã?ber die ihnen nahe
stehenden Parteien in die Parlaments- und gegebenenfalls auch in die
Regierungspolitik eingebunden sind. Zudem wird ihre TÃ?tigkeit aus den
Etats verschiedener Berliner Ministerien finanziert und vom AuswÃ?rtigen
Amt kontrolliert. Die scheinbare UnabhÃ?ngigkeit der parteinahen
Stiftungen ermöglicht es ihnen seit Jahrzehnten, sich in die inneren
Angelegenheiten ihrer GastlÃ?nder einzumischen, wo dies fÃ?r die
offizielle Berliner AuÃxenpolitik (noch) nicht ratsam erscheint. So zahlt
sich die enge Zusammenarbeit der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung mit
der heutigen Regierungspartei ANC (African National Congress)
inzwischen auch fÃ?r deutsche Konzerne aus. Das mit Hilfe der Stiftung im
Jahr 2000 zustande gekommene Freihandelsabkommen zwischen der EU und
SÃ?dafrika verschaffte den EU-Staaten massive Handelsvorteile gegenÃ?ber
den USA, die deutschen Exporte nach SÃ?dafrika stiegen z.B. im Jahr 2001
um fast 20 Prozent an.
Wirtschaftliche Durchdringung
In staatlicher Begleitung rÃ?ckt auch die deutsche Wirtschaft nach Afrika
vor. ÂEs lohnt sich, nicht nur nach Osten zu blicken, sondern auch nach
SÃ?den, denn teilweise existieren dort bessere Standortbedingungen als in
den osteurop�ischen EU-Beitrittsl�ndern, so BDI-Pr�sident Rogowski vor
deutschen Unternehmern in Tunesien. Es ist bezeichnend, dass Rogowski
die EU-Osterweiterung in einen Kontext mit der wirtschaftlichen
Durchdringung des afrikanischen Kontinents stellt. Denn dort konnten
besonders deutsche Firmen durch die Privatisierung staatlicher
Unternehmen und der gleichzeitigen Aufhebung von Investitionsschranken
groÃxe Teile der osteuropÃ?ischen Wirtschaft aufkaufen. Beispielhaft wird
etwa der lybische Staat bis zum Jahr 2008, um die Wirtschaft wieder
flott zu bekommen und auslÃ?ndische Investoren anzulocken, 360 bisherige
Staatsunternehmen privatisieren, unter ihnen 54 gröÃxere Einheiten wie
Stahlwerke, Raffinerien und Zementwerke. Prompt wurden schon im Sommer
2004 in Deutschland wieder die bundeseigenen Hermes-BÃ?rgschaften fÃ?r
Investitionen in Libyen eingefÃ?hrt.
Auch der Afrika-Verein (AV), Mitveranstalter der ÂFinanzierungskonferenz
Nordafrika MittelostÂ, ist in Afrika Ã?uÃxerst prÃ?sent. Im Mai 1996 wurde
gemeinsam mit BDI und DIHK die ,,SÃ?dliches Afrika Initiative der
Deutschen Wirtschaft (SAFRI) ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, den
deutschen Wirtschaftseinfluss in den 14 Mitgliedsstaaten der Southern
African Development Community (SADC), Âeinem sehr interessanten Markt
mit rund 225 Millionen MenschenÂ, stetig auszubauen. Als
SAFRI-Vorsitzender firmiert kein geringerer als JÃ?rgen Schrempp, der
Vorstandsvorsitzende des DaimlerChrysler-Konzerns, einem Unternehmen,
das bereits zu Apartheid-Zeiten satte Gewinne in SÃ?dafrika eingefahren hat.
GroÃxes Interesse gilt auch dem Tschad, dessen bedeutende Erdölreserven
mittels einer Pipeline durch Kamerun an den Golf von Guinea geleitet
werden sollen, wo es ebenfalls erhebliche Erdöl- und Erdgasvorkommen
gibt. Die Regierung des boomenden Erdöl-Staates Ãquatorial-Guinea wirbt
bereits um deutsches Engagement in ihrem Land. Im derzeitigen
Krisengebiet Sudan hat das deutsche Unternehmen ThormÃ?hlen
SchweiÃxtechnik aus Bad Oldesloe den Auftrag zum Bau einer 4100 km langen
Eisenbahnlinie (Finanzvolumen: ca. 8 Milliarden US-$) erhalten. Sie soll
den erdölreichen S�dsudan an die afrikanischen Staaten s�dlich der
Sahara anbinden und eine vom Nordsudan unabh�ngige Erdölvermarktung
ermöglichen. Das beharrliche Dr�ngen der deutschen Regierung auf eine
militÃ?rische Intervention im Sudan wird somit nachvollziehbar. Nicht um
die Rettung der FlÃ?chtlinge in Darfur geht es, sondern um die
militÃ?rische Absicherung der eigenen wirtschaftlichen Expansion in der
Region. Einer medial aufbereiteten ÂhumanitÃ?ren KatastropheÂ, folgt
die ÂhumanitÃ?re InterventionÂ. AnschlieÃxend strömen deutsche
Entwicklungs- und Aufbauhelfer inÂs Land, um die politische und
ökonomische Stabilisierung der nunmehr befriedeten Region zu garantieren
und deutschen Unternehmen und Konzernen, ein gÃ?nstiges Investitionsklima
zu schaffen.
MilitÃ?rischer Einfluss und Abschottung der europÃ?ischen Wohlstandszone
Neben dem kÃ?rzlich vom Bundestag verabschiedeten Sudan-Einsatz operieren
deutsche Soldaten vor der KÃ?ste Somalias, sowie in Ãthiopien, Eritrea
und Djibouti, um den militÃ?rischen Einfluss Deutschlands in wichtigen
Staaten Ostafrikas zu vergröÃxern. Mitte MÃ?rz wurden drei deutsche
MarineaufklÃ?rungsflugzeuge in die kenianische Hafenstadt Mombasa
verlegt. Der deutsche Botschafter JÃ?rgen Weerth pries den
,,FerienortÂals ,,idealsten Platz fÃ?r die LuftraumÃ?berwachung.
Gleichzeitig hat die deutsche Botschaft dementiert, dass die Einrichtung
einer dauerhaften deutschen MilitÃ?rbasis geplant sei! Neben den bereits
erwÃ?hnten wirtschaftlichen Aspekten spielen hierbei deutsch-europÃ?ische
geostrategische ÃSberlegungen eine bestimmende Rolle. Nachdem sich die
USA ohne RÃ?cksicht auf europÃ?ische EinwÃ?nde im Irak festgesetzt haben,
soll sich die europÃ?ische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP)
nun im Praxistest bewÃ?hren. Afrika soll zum bevorzugten Einsatzgebiet
der im Aufbau befindlichen EU-StreitkrÃ?fte werden, um neben den USA auch
militÃ?risch als Global Player aufzutreten und amerikanische
Hegemonieanspr�che abzuwehren. Als mögliche Eingreifgebiete werden
bereits Burundi, ElfenbeinkÃ?ste, Guinea, Sierra Leone, Sudan und
Simbabwe gehandelt. Deutschland, dass 18.000 Mann der geplanten 60.000
Mann starken EU-Eingreiftruppe stellen wird, soll sich an derartigen
EinsÃ?tzen intensiv beteiligen.
Auch mit den Eliten der nordafrikanischen Staaten arbeitet Berlin auf
militÃ?rischem Gebiet zusammen. Wie das Verteidigungsministerium
mitteilt, wird Berlin die langjÃ?hrige TÃ?tigkeit deutscher
,,Milit�rberater in Tunesien und Marokko um eine engere milit�rische
Kooperation insbesondere mit Tunis erweitern. Nachdem das
EU-Waffenembargo Ã?ber Libyen im Oktober annulliert wurde tun sich hier
nicht nur profitable RÃ?stungsgeschÃ?fte auf, vielmehr soll Libyen, sowie
der gesamte Maghreb, durch die Sicherung seiner Mittelmeer- wie auch
seiner WÃ?stengrenzen in das europÃ?ische Migrationsregime einbezogen werden.
Ein weiterer Grund fÃ?r die westliche Einmischung in innerafrikanische
Angelegenheiten besteht darin, dass in mehreren afrikanischen Staaten,
etwa im Sudan und im Kongo, interne Kriege die wirtschaftliche
Ausbeutung der Bodensch�tze stören und damit der deutschen Wirtschaft
die Ausnutzung afrikanischer Rohstoffressourcen erschweren. Im April
nahm deshalb Bundeskanzler Schröder an der Eröffnung des ,,Kofi Annan
International Peacekeeping Training Centre im westafrikanischen Ghana
teil. Das Zentrum soll militÃ?risches Personal aus ganz Westafrika fÃ?r
,,FriedenseinsÃ?tze ausbilden; Berlin gehört zu seinen gröÃxten
Geldgebern, da es geeignet scheint, gegen ,,Zonen der OrdnungslosigkeitÂ
vorzugehen und dem deutschen Interesse an einer ,,EindÃ?mmung LÃ?nder- und
Kontinent- �bergreifender Migrationsströme zu dienen. Die afrikanischen
Staaten mÃ?ssten dafÃ?r sorgen, ,,dass der groÃxe Reichtum Afrikas an
menschlichen und materiellen Ressourcen zukÃ?nftig wirkungsvoller dem
Wohl Aller zugute kommtÂ, forderte der deutsche Kanzler in seiner
Grundsatzrede.
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